Häusliche Gewalt

Täterarbeit

Leitgedanke der Arbeit mit gewaltausübenden Menschen ist, dass Gewalt gegenüber Frauen, Kindern und Männern nicht einfach so passiert. Sie wird erlernt, oft zielgerichtet eingesetzt und steht häufig im Zusammenhang mit subtileren verbalen und psychischen Gewaltformen, bewusst oder unbewusst. Deshalb ist Gewaltverhalten auch kein Schicksal, sondern veränderbar.

Das entwickelte Täterprogramm zielt darauf ab, körperlich Gewalttätigen zu helfen, ihre Konflikte konstruktiv und angemessen auszutragen und zu lösen. So ist neben der Kontrolle der aggressiven Impulse, das Erlernen von rechtzeitigem Abgrenzungsverhalten und kommunikativen Fertigkeiten enorm wichtig, da Gewalthandlungen meist Ausdruck einer Abwehr von Scham, Ohnmacht, Hilf- und Sprachlosigkeit sind.

Durch die Arbeit mit Gewalttätern leistet die Sozialberatung Ludwigsburg einen aktiven Beitrag zum Opferschutz.

Therapeutische Arbeit mit Gewalttätigen

Kontakt und Beratung

Mit ihrem Angebot will die Sozialberatung die Personen erreichen, die

  • im häuslichen Bereich oder in ihrer Partnerschaft gewalttätig sind,
  • sich in einem Platzverweisverfahren befinden,
  • eine gerichtliche Auflage (z. B. Einstellung des Verfahrens nach § 153a StPO) erhalten haben oder
  • unter ihrer eigenen Gewalttätigkeit leiden.

Angeboten werden vertrauliche Gespräche, die auch als Überbrückung bis zum Beginn des nächsten Trainingskurses dienen können. Wir vermitteln auf Wunsch auch in weitergehende Hilfen, wie

  • psychotherapeutische Einzel- und Paarberatung,
  • Suchtberatung und
  • Schuldnerberatung.

Trainingskurse

Die Teilnehmenden der Trainingskurse lernen in einer Gruppe mit sechs bis zwölf Personen, Konflikte fair und gewaltfrei auszutragen und zu lösen. Ziel ist es, das eigene Gewaltverhalten zu erkennen, sich in die Opfer einzufühlen und sich in Konfliktsituationen verantwortlich und partnerschaftlich zu verhalten.

Die wichtigsten Ziele dabei sind,

  • sich rechtzeitig abgrenzen zu können,
  • sich angemessen ausdrücken zu können,
  • frühzeitig Abwertungen und Kränkungen wahrzunehmen,
  • Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und gewaltfrei zu verhandeln,
  • Rückfallprophylaxe und Opferschutz,
  • Kommunikations- und Konfliktkompetenz und
  • Einfühlungsvermögen in das Opfer.

Wir setzen eine regelmäßige Teilnahme, einen gewaltfreien Umgang mit den Gruppenteilnehmern und die Bereitschaft voraus, sich offen einzubringen und konstruktiv mitzuarbeiten, z. B. auch in Form von Hausaufgaben.